Kennen Sie das? Sie wünschen sich etwas, schreiben es sogar auf, malen es sich aus und es tritt doch nicht ein?
Das passiert immer dann, wenn das Bild von unserem Wunschzustand nicht ganz natürlicher Teil unserer Selbst ist. Es ist wie eine Malerei über einer feuchten Wand – die Feuchtigkeit wird immer durchkommen, wenn wir sie vorher nicht behoben haben.

Eine Methode der grundlegenden Veränderung macht sich ein Prinzip zunutze, das uns von Beginn unseres Lebens an begleitet und das uns letztendlich zu dem macht, wer wir sind: die „Körper-Geist-Kybernetik“.

Was ist „Körper-Geist-Kybernetik“?

„Kybernetik“ = ist die Wissenschaft von der Steuerung und Regelung komplexer Systeme. Sie hat ihren Ursprung in der Technik wo sie als Regelungstechnik bezeichnet wird. Eine große Bedeutung kommt dabei dem Nachrichtenaustausch zu, d.h. Information und Informationstheorie spielen eine große Rolle.

„Körper-Geist-Kybernetik“ = Die gegenseitige Einflussnahme und Steuerung von Körper und Geist. Sie geschieht ab dem Zeitpunkt unserer Geburt und bestimmt mit jeder Interaktion, wer wir werden.

Dieses Zusammenspiel von Körper und Geist ist wissenschaftlich bereits gut erforscht. Hier einige sehr plakative Studienergebnisse:

  1. Das Einnehmen einer krummen Körperhaltung kann bereits nach 8 Minuten den Unterschied zwischen gut gelaunt und frustriert ausmachen. (Riskind, J.H. & Gotay, C.C., 1982. Physical Posture)
  1. Das Ausführen einer „Komme-Her“-Bewegung (siehe unten) führt zum Essen der 3-fachen Menge an Keksen wie die „Geh-Weg“-Bewegung über einen Zeitraum von 25 Minuten.

Studienteilnehmer wurden angeleitet, während einer Besprechungssituation unwissentlich eine „Geh-weg“-Bewegung oder eine „Komm-her“- Bewegung auszuführen, indem sie entweder von oben (= „Geh-Weg“) oder von unten (=„Komm-her“) Druck auf eine Tischplatte ausüben sollten. Es wurde behauptet, dass die jeweilige Muskelanspannung gemessen würde. Hingegen wurde beobachtet, wie oft sich die TeilnehmerInnen an der in der Mitte stehenden Schüssel mit Keksen bedienten. Jene TeilnehmerInnen, die die „Komm-her“-Bewegung simulierten, aßen in der gleichen Zeit die 3-fache Menge an Keksen. (Förster, J., 2003. The influence of approach and avoidance motor actions on food intake.)

 

3. Amy Cuddy hat mit einem Forscherteam am MIT bewiesen, dass bestimmte Haltungen (Posen) bereits nach  2 Minuten einen Testosteron-Schub im Hirn bewirken, sodass man sich stärker, selbstbewusster und „mächtiger“ fühlt.

 

Was bedeutet das für uns?

Wir können die Gesetze der Körper-Geist-Kybernetik extrem effektiv für uns nützen, wenn wir uns selbst bewusst weiter entwickeln möchten.

Da sich ALLE psychischen Zustände in einem bestimmten Verhalten – d.h. in der Art und Weise, wie wir unseren Körper bewegen – ausdrücken, können wir durch aufmerksames Beobachten unseres Verhaltens nicht nur Rückschlüsse auf unsere Psyche treffen, sondern können das Verhalten bewusst ändern, um unsere Psyche zielgerichtet zu beeinflussen. „Power-Posing“ ist nur eine Möglichkeit von vielen, um den Geist zu stärken.

Die Gesetze der Körper-Geist-Kybernetik kennen und sie gezielt für uns nutzen zu lernen, ist Inhalt des Seminars „Körper-Geist-Kybernetik“ am 19.10.2016, das im Rahmen des Regionalen Mentoring-Programms durch das Land Niederösterreich ausschließlich für Frauen angeboten wird.

ORGANISATORISCHES

  • Termin: 19.10.2016, 9:00 – 17:00
  • Ort: Amt der NÖ Landesregierung, Landhausplatz 1, 3109 St. Pöltem
  • Anmeldung: bis 5.10.2016
  • via email: frauen@noel.gv.at
  • Kosten: €80,-
  • TN: max. 15