Mein Gastkommentar in „Der Standard“ entspringt – ich gebe es zu – einer großen Frustration.

Einer großen Frustration

  • darüber, dass Frauen in Führungspositionen sich immer wieder absurde Kommentare über die Möglichkeit einer Mutterschaft anhören müssen – und das bevorzugter Weise in staatsnahen Institutionen;
  • über ein Frauenvolksbegehren, das nur im Namen der Frauen – statt der Eltern – für adäquate Betreuung ihrer Kinder eintritt;
  • über eine Gesetzeslage, die technischen Unternehmen, die Frauen einstellen wollen, auferlegt, sämtliche Aufenthaltsräume für diese neuen Mitarbeiterinnen extra zu gestalten (was sich dann natürlich niemand antut, weil der finanzielle Einsatz sich einfach nicht rentiert)
  • über Frauen in der Politik, die die Notwendigkeit von Kinderbetreuung am Land nicht sehen

Aber keine Frustration geht über die hinaus, die ich jedes Mal spüre, wenn eine Frau über eine andere schlecht spricht; wenn eine Frau, die sich traut, etwas anders zu machen als der Rest, von anderen Frauen entweder gar keine Rückmeldung bekommt oder wenn, dann vor allem Häme und Verachtung. Wir sehen das immer wieder auf dem politischen Parkett – wo es sich in aller Öffentlichkeit abspielt – wir sehen das aber auch in jedem anderen x-beliebigen Bereich des Lebens.

Die eigentlich aus einer Komödie von Plautus stammende Textzeile „Homo homini lupus est“ – „der Mensch ist des Menschen Wolf“ – tritt hier in ihrer ganzen tragischen Bedeutung hervor. Solange Frauen nicht die lautesten Cheerleaderinnen anderer Frauen (und damit FÜR SICH SELBST!!!) werden, wird es keine Hoffnungsträgerinnen geben.

Hier können Sie meinen Gastkommentar online lesen: Frauen – und die neue Welle der Männlichkeit