Was ist Charisma und wie wird es hier verwendet?

Der Versuch einer Abgrenzung

Für jemanden, der sich ernsthaft mit Charisma beschäftigt, ist die oberflächliche Herangehensweise, die auch in den, vor allem in Frauenzeitschriften zu findenden, Charisma-Tests gewählt wird, ein absolutes Gräuel. Hier scheint Charisma vor allem denen zugeschrieben zu werden, die sich ohne Vorbehalte lauthals in die Menge stürzen, die sich inszenieren und die am besten zu unterhalten wissen. Authentische Charismatiker wie Martin Luther King, Gandhi, Princess Diana, aber auch ein Steve Jobs oder eine Coco Chanel, drehen sich hierbei vermutlich im Grabe um.

Charisma hat entgegen der breiten Meinung – aber ganz im Sinne wissenschaftlicher Ergebnisse – nicht nur eine extravertierte Seite und auch nicht nur eine glückliche und strahlende Seite, sondern auch eine mächtige, dunkle Seite. Eine Seite des Zweifels, der Einseitigkeit, der permanenten Sinnsuche und der absoluten Hingabe an eine Sache, die sich aus der immerwährenden Suche als sinnversprechend herauskristallisiert hat. Ja, da gehören auch so vollkommen dunkle Figuren wie Adolf Hitler dazu.

Charisma ist ein komplexes Konstrukt, das sich aus Persönlichkeitskomponenten einerseits und aus „Umweltkomponenten“ andererseits zusammensetzt. Es braucht immer auch die „Notwendigkeit“, dass eine bestimmte Person auf den Plan treten kann und als charismatisch angesehen wird.

Gerade heute, wo sich die Markt- und ICH-Schreier gegenseitig zu übertrumpfen suchen, gewinnt der Typ des ruhigen Charismatikers – eines in sich ruhenden Menschen als Antithese zur Hysterie – an Bedeutung.

Ich widme mich auf dieser Seite weder ausschließlich der ruhigen, noch der lauten Version eines charismatischen Menschen. ich widme mich hier der AUTHENTISCHEN Version, d.h. jener, die für den einzelnen Menschen authentisch ist und in jedem einzelnen auch authentisch gefördert und entwickelt werden kann.