1. Charisma (altgrch): charis = Gnade, mit “ma” = Geschenk der Gnade,  Gnadengabe
  2. Charis (grch.): Anmut

Beide Übersetzungen vermitteln den Kern dessen, was wir als charismatisch empfinden: ein Mensch übt eine Tätigkeit in müheloser Vollkommenheit aus und die Perfektion seines Könnens verleiht ihm Anmut. Dies gilt für beide Arten von Charisma – dem “rein” kommunikativen und jenem, das aus der Ausübung einer bestimmten “Gnadengabe” wirksam wird.

Das Charisma-Konzept …

… beruht auf der Grundannahme, dass JEDER Mensch eine bestimmte “Gnadengabe” geschenkt bekommen hat, deren Ausübung ihn/ sie ganz direkt mit seinem/ ihrem individuellen Lebenssinn verbindet. Die GABE ist immer auch mit einer AUF-GABE verbunden, denn Charisma wirkt immer nur in Verbindung mit der Gemeinschaft. d.h. charismatisch wirken zu wollen, hat zur Voraussetzung, in der Gemeinschaft (ein Projektteam ist ebenso eine Gemeinschaft wie ein ganzes Volk) wirken zu wollen.

Heute ist „Charisma“ so wichtig wie nie

Wir sind mehr denn je Sinnsuchende. Und mehr denn je realisieren wir, dass die Tätigkeit, die wir momentan ausüben, oft keinen weiteren Sinn ergibt als unsere materielle Existenz zu sichern – und dies ist zu wenig.

Deshalb suchen immer mehr den Ausweg im Extrem, indem sie sich Gruppierungen anschließen, die offenbar noch für etwas kämpfen, das größer ist als sie selbst, die ihnen das Gefühl geben, für die gemeinsame Sache einzigartig wichtig zu sein. Andere wiederum versuchen sich in der Selbstperfektionierung, um zumindest äußerlich dem Bild des idealen Menschen zu entsprechen. Wieder andere wenden sich einfach ab und suchen einen Platz an der friedlichen Peripherie der Gesellschaft, wo sie Alternativsysteme aufbauen. Wieder andere geben einfach auf.

Einzigartigkeit als Diktat

Die kapitalistische Gesellschaft lebt heute nach zwei Regeln:

  1. du bist einzigartig – deshalb musst du Einzigartiges vollbringen
  2. du hast die Freiheit, alles zu tun, aber du musst einzigartiger sein als alle anderen Einzigartigen, sonst bist du austauschbar wie ein Schräubchen im Getriebe

Das Prädikat „einzigartig“, das vor knapp 30 Jahren noch kaum jemand getraut hatte sich zuzuschreiben (und dazu führte, dass der Beruf des Erfolgscoaches entstand) , ist mittlerweile zu einem Diktat geworden, das vor allem den Wettkampf um die besten Positionen und den größten Erfolg nach dem kapitalistischen Wertesystem unterstützt, aber nicht mehr die individuelle Ausprägung des Menschlichen an sich. Die Einzigartigkeit trägt ein Preisschild und trägt sie es nicht, ist sie nichts wert in diesem System.Auch

Auch Charisma wird deshalb weitestgehend in seiner kommunikativen Vernützlichung verstanden, aber nicht mehr in seinem ursprünglichen Sinn: „Gnadengabe“, „Gabe der Anmut“. Dabei würde diese vom Krieg und von Krisen gebeutelte Welt genau diese verzaubernde Anmut benötigen. Ohne uns dessen so richtig bewusst zu sein, suchen wir nach Menschen, die uns das Gefühl geben, eins mit dem zu sein, was sie tun, die sich ihrer Sache hingeben, vollkommen echt und unvergiftet von der Notwendigkeit, etwas darstellen zu müssen oder einen bestimmten Erfolg erringen zu müssen.

Was ist Ihre Gnadengabe?

Geben wir „Charisma“ seine ursprüngliche Bedeutung zurück! Meine Frage dazu lautet:

Bei welcher Tätigkeit haben Sie sich das letzte Mal „eins“ mit der Welt gefühlt?

Wenn Sie bereit sind, Ihre Antwort mit anderen zu teilen und bei einem Video-Projekt dabei zu sein, dann beschreiben Sie diesen Moment in einem einfachen email. Ich komme dann weiter auf Sie zu, denn es gibt Fragen im Anschluss.

Ziel ist es, einerseits mögliche Gesetzmäßigkeiten für dieses Eins-Sein mit der Welt herauszukristallisieren – d.h. was braucht es, um dieses Gefühl entstehen zu lassen – sowie auf die Ursprünge der eigenen Gnadengabe zu stoßen (wie findet man sie – wie hat sie mich gefunden?) und andererseits vielen Menschen Mut zu machen, sich die Suche nach ihrem eigenen Charisma zuzugestehen, um ihre Gabe und damit ihre Aufgabe tatsächlich so zu leben, dass sie sich „ein“ fühlen mit ihrer Welt.

 

Kontakt: Office@martina-gleissenebner-teskey.com

 

DANKE!

 

 

 

 

 

 

 

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