Die Entscheidung ist mir sehr leicht gefallen, das Darüber-Schreiben nun etwas schwerer – nicht, weil mir erst dadurch die Tragweite dieser Entscheidung bewusst würde, sondern weil, was für mich ganz klar ist, gar nicht so einfach nach außen zu kommunizieren ist. Vorausgesetzt natürlich, man möchte Gründe für eine Entscheidung angeben. Möchte man das nicht, so genügt die Aussage:

„Ich beende das Angebot von Strictly Me.“

Vielleicht interessiert Sie der Hintergrund für diese Entscheidung aber trotzdem – gerade jetzt, nachdem ich so viel Energie, Zeit und Geld in die Entwicklung der neuen Kollektion gesteckt habe und obwohl ich die ursprüngliche Vision von meiner Designer-Zukunft im Geiste nach wie vor jederzeit ganz klar abrufen kann.

Ausschlaggebend war meine Arbeit am Kurs „In 66 Tagen zu Präsenz und Ausstrahlung„.

In der Vorbereitung der Module begab ich mich wieder selbst in die Rolle der Teilnehmerin und nach und nach konnte ich die Botschaften entschlüsseln, die mir mein Körper bereits seit einigen Monaten schickte. Ich hatte zum Teil sehr subtile Veränderungen wahrgenommen – vom eigenen Stil bis hin zu Haltung und Mimik, aber nicht zuletzt auch in meinem Energiehaushalt. 

Allein, ich wollte diese Botschaften nicht wahrhaben. Denn viele Menschen – nicht zuletzt meine Strictly me – Kundinnen und Newsletter-Abonnentinnen – haben mich mit ihrem Feedback bestärkt und motiviert. Wenn ich an der Arbeit zu neuen Modellen saß, war ich hochkonzentriert und vom Ergebnis jedes Mal selbst fasziniert. Und wenn ich mir die Tendenzen in der Modewelt ansah, so konnte ich jedes Mal nur feststellen, auf dem richtigen Weg zu sein. Sollten dies nicht genug Hinweise darauf sein, dass es gut war (und folglich auch gut tun musste), wie ich handelte?

Noch vor zwei Wochen war ich überzeugt davon, Strictly Me wirklich groß machen zu wollen.

…Und dann kam meine vorübergehende Rückkehr nach Monte Carlo… Ich hatte dort von Jänner 2002 bis Juni 2006 gelebt, habe meine Tochter bekommen und bin von dort wieder weg gegangen, weil ich als Trainerin selbständig sein wollte.

Am zweiten Tag nach meiner Ankunft konnte ich meine schwarzen Klamotten nicht mehr sehen. Allein, ich hatte fast nichts anderes dabei – schon seit einiger Zeit trug ich selbst nur mehr schwarz (mit maximal leicht grauen, weißen oder roten Akzenten).

Am dritten Tag begann sich das Gefühl der Leichtigkeit wieder einzustellen, das mich immer ausgezeichnet hatte. Ich bewegte mich in meiner früher gewohnten und geliebten Art der Schwerelosigkeit als „Floating Entity“ in dieser Welt – zwischen Sprachen, Orten, Menschen. Das, was ich an solchen Orten wie „Le Loft“ im Sofitel, im Garten vor meiner Haustür oder an Plätzen wie der Gloriette (sehen Sie das Video „Aufgabe 4: Inspiration finden„) momentweise erlebte, hatte ich nun geballt in aller Deutlichkeit wahrgenommen.

Ich war wieder in Kontakt mit meiner Essenz.

Und als ich zurückkam, war ich bereit, die ungeliebte Botschaft anzunehmen und mich von etwas zu trennen, das ich mit viel Hingabe aufgebaut hatte.

Das Ziel ist dies: mich immer dahin zu stellen, wo ich am besten dienen kann, wo meine Art, meine Eigenschaften und Gaben den besten Boden, das größte Wirkungsfeld finden. Es gibt kein anderes Ziel.

(Hermann Hesse, Narziss und Goldmund)

Ich habe die Idee losgelassen, etwas schaffen zu müssen, das HIER „Bestand“ hat, um mich wieder auf ein Leben als „Floating Entity“ einzulassen, die ihre Kompetenzen und ihre Gabe „zu inspirieren, ans Licht zu fördern und zu entwickeln“ genau dort einsetzt, wo sie gebraucht wird, in dem Beruf, den ich mir vor 20 Jahren gewählt habe: als Trainerin und Coach. (meine Themen finden Sie auf dieser Web-Page).

Die kurze Rückkehr nach Monaco war übrigens nicht der Grund für meine Entscheidung. Ich war schon vorher zweimal zurückgekehrt und nie gab es Konsequenzen. Dieses Land wird immer ein Teil meiner Selbst sein, aber ich habe kein bisschen Fernweh. Seit ich mich wieder ganz für mich entschieden habe, fühle ich mich HIER, wo ich bin, genau richtig.

Der Grund für die Möglichkeit dieser Rückkehr zu mir selbst, liegt in meinem erhöhten Bewusstsein für das, was in mir vor sich geht.

Dieses Bewusstsein hat sich Schritt für Schritt aufgebaut und hat letztendlich die Tür geöffnet für Wahrnehmungen und Erkenntnisse, die ich davor nicht machen hätte können.

Das Ergebnis: Mühelosigkeit.

Übrigens, wenn Sie neugierig sind, Monte Carlo einmal aus der Sicht von jemandem kennenzulernen, der dort gelebt und gearbeitet hat, schauen Sie sich dieses Video an. Es ist ein sehr persönlicher Reiseführer.